Ich werde im Geschäft so häufig gefragt, wie man das Binding für eine Quilt macht – also den Quilt einfasst – Da liegt es doch nah, dass ich endlich mal eine Anleitung machen, oder?!

Für das Binding gibt es diverse Möglichkeiten der Verarbeitung. Ich erkläre im Folgenden, wie man ein Binding mit doppelt gelegtem Einfassstreifen arbeitet.

Je nach fertiger Breite der Einfassung (so wie man die Breite auf der Seite des Quilttops sieht) muss man die 6-fache Menge an fertiger Breite + ca. 0,5 cm rechnen.
Soll also mein gewünschtes fertiges Binding 1cm breit sein, dann benötige ich eine Streifenbreite von 6,5 cm.
Um zu berechnen, wie viele Streifen a` 6,5 cm ich benötige, messe ich den Quilt längs und quer aus, nehme beide Strecken mal zwei und bekomme eine Summe X.
Ich habe z.B. bei diesem Quilt eine Länge von 147 cm und eine Breite von 111 cm – also rechne ich 2 x 147 cm + 2 x 111 cm = 516 cm.
Bei einer Stoffbreite von 110 cm würde ich also 5 Streifen benötigen, die zu einem “Endlosstreifen” aneinander genäht werden müssen. Aber Achtung! Beim Zusammennähen der Streifen muss man diese im 45° Winkel scheiden und sie dann zusammennähen, weil dadurch vermieden wird, dass die Nähte an der Nahtstelle zu dick werden. Dabei verliert man aber pro Streifen so um die 6 cm an Länge. Bei insgesamt 5 aneinander zu nähende Streife bedeutet das 30 cm weniger Streifenlänge.
Also lieber auf der sicheren Seite bleiben und eher noch einen weiteren Streifen einplanen!

Los geht´s:

1. Schritt:
Ausrechnen, wie viele Streifen man benötigt, diese zuschneiden und die beiden Enden der Streifen im 45° Winkel abschneiden.

2. Schritt:
Die Streifen aneinander nähen, dabei ist es unerheblich mit welcher Nahtzugabe dies geschieht, nur müssen die Streifen gerade aneinander genäht werden.
(Eva / Stoffleidenschaft hat im Kommentar folgenden hilfreichen Tipp hinterlassen: ” Aus eigener schmerzlicher Erfahrung würde ich bei Schritt 2 erwähnen, dass darauf zu achten ist, dass die Streifen beim Zusammennähen nicht verdreht sind, sonst liegen die Nahtzugaben mal auf der einen, mal auf der anderen Seite. Die Gefahr besteht vor allem bei einfarbigen Bindings – bei Drucken kann man sich ja an der linken bzw. rechten Stoffseite orientieren.”)

3. Schritt:
Der lange Streifen, der so einstanden ist, wird nun zur Hälfte um gebügelt. Dabei sieht man dann auch, dass die Teilungsnaht quer- und nicht übereinander verläuft 🙂 Das trägt dazu bei, das später an dieser Stelle nicht so ein Knubbel (-weil viele Nähte übereinander) entsteht.

4. Schritt:
Das linke Ende des Einfassstreifens wird ca. 1 cm um gebügelt.

5. Schritt:
Der Einfassstreifen wird an einer der beiden Längsseiten des Quilts mit quer gesteckten Nadeln befestigt. Dabei den Streifen ganz leicht spannen, sonst entstehen nachher bei Festnähen Falten.

6. Schritt:
Den Streifen bis zur nächsten Kante feststecken und dabei die letzte Nadel 1 cm vor der Kante positionieren. Wenn man eine andere Breite von Binding wählt, dann die Nadel um den Wert der Breite von der folgenden Kante entfernt einstechen.

7. Schritt:
Entlang der Schnittkante 1 cm breit mit einer Stichlänge von 3 – 3,5 cm entlangnähen. Ich verwende sehr gerne ein Kantenlineal, um den Abstand immer exakt gleich zu behalten.

8. Schritt:
Bis zur letzten gesteckten Nadel nähen (1 cm vor der Kante) und verriegeln. den Streifen im 45° Winkel umlegen.

9. Schritt:
Den Streifen umklappen und entlang der nun zu nähenden Kante feststecken. Der Umbug an der oberen Kante muss der Linie der oberen Schnittkante entsprechen. Mit der Naht an der oberen Kante beginnen und verriegeln nicht vergessen 🙂

10. Schritt:
Alle Seiten so nähen, wie in den vorherigen Schritten beschrieben, bis man zu der Längsseite kommt, an der man angefangen hat. Das Ende des zu nähenden Streifens soll nun in die “Tasche” des Anfangs eingefügt werden. Diesen dazu im 45° Winkel wie im Bild gezeigt abschneiden.

11. Schritt:
Den Streifen in die Tasche stecken und über die Anfangsnaht hinaus festnähen (hier ist der Streifen etwas zu kurz geraten – normal sollte er zumindest bis knapp vor den Umbug des Anfangsstreifens reichen…)
(Leo / Strandkorbtraum hat einen interessanten Tipp im Kommentar hinterlassen, wonach sie diesen Schritt und den folgenden anders arbeitet: Sie schneidet das Ende des Streifens (+Nahzugabe) so ab, dass Sie ihn anschließend mit dem Anfang zusammennäht und dann im Prinzip auch nur eine weitere Teilungsnaht an dieser Stelle hat!)

12. Schritt:
Den Tunnel mit der Hand zunähen., damit der reingesteckte Endstreifen nicht mehr rausgehen kann.

13. Schritt:
Den Einfassstreifen von der Quilt-Oberseite aus nach außen Bügeln. Dann wird er um die Quilt-Kante umgelegt und auf der Rückseite mit Nadeln oder anderen Hilfsmitteln fixiert. Die Ecken werden dabei auch so gelegt, dass sich ein 45° Winkel ergibt.

14. Schritt:
Mit der Hand die Streifenkante auf der Rückseite des Quilts entlang befestigen. Möglichst kleine Stichabstände verwenden, dann ist es auch strapazierfähig!
(Man kann hier auch so verfahren, dass man die Nadeln von der Quilttop-Seite aus steckt, von der Vorderseite aus durch den Nahtschatten hindurch steppt und so das Binding hinten durch die Naht mitfasst)

Fertig 🙂 Ich hoffe, das die Schritte so erklärt sind, dass jeder der diese Anleitung liest und verwendet, damit klar kommt?! Wenn nicht, dann freue ich mich über Korrektur oder Tipps 🙂

Dein Warenkorb
Der Warenkorb ist Leer
Weiter Einkaufen
0