Letzte Woche war Miriam / BerlinQuilter bei mir in Frankfurt! Sie hat ihre wunderschönen Sachen hier auf einem Markt in Bockenheim verkauft und wir hatten rund um den Markt viel Zeit zum Quatschen und Austauschen von Ideen. Um ihre diversen Sachen zu verstauen, hatte sie einen tolle Tasche dabei, die sie nach einem Schnitt von Rachel Faucett auf dem Blog We all sew (amerikanischer Bernina Blog) genäht hat. Sie meinte, das selbst ein Taschenmuffel wie ich die hinbekommen würde!
Da am Samstag, dem 10.4 und 24.4. hier in der Wallstrasse in Frankfurt/Sachsenhausen der Markt im Hof stattfindet, muss ich den Leuten ja vielleicht mit einer großen Markttasche aushelfen,oder?
Und das ist dabei rausgekommen….

Ok, sie war wirklich sehr einfach zu nähen! Meine erste war passend am letzten Samstag fertig und ich habe sie auf Facebook gepostet mit dem Versprechen zu erklären, wie ich sie gemacht habe – denn sie ist etwas anders genäht….

Zunächst einmal hatte ich einen Haufen Reststreifen, der verarbeitet werden wollte, sowie eine Menge alter Jeans. Ganz zu schweigen von den vielen großen Reststücken Stoff, die ich bestimmt in keinem Quilt mehr verwenden werde – also genügend Zutaten für die Markttasche!
Schon am Schnitt habe ich gleich vor dem Nähen einige Änderungen vorgenommen. Zum einen hat mich Miriam darauf aufmerksam gemacht, das die Tasche, so wie sie im Originalschnitt zu nähen wäre, recht unpraktisch ist, weil der Henkel mittig statt an den Seiten angebracht ist. So haben wir gleich am ausgedruckten Schnitt die Seitennaht und die vordere Mitte/Stoffbruch vertauscht.

  
Auf dem Schnitt könnt ihr sehen, wie das gemeint ist und wo jetzt Nahtzugabe und Stoffbruch nach meiner Version sind. Da ich den Henkel einnähen wollte, satt die Tasche mit einer Spitze auf ein Band zu nähen, habe ich oben rechts soviel abgetragen, das an der Nahtlinie von Seitennaht zur Ausschnittnaht 6/8″ Inch Abstand enthalten sind. Näht man die Seitennaht zusammen, dann ergibt sich dort Platz für einen Henkel mit 1,5″ Inch Breite. 
Für alle Nähte habe ich 1/4″ Inch eingeplant!
Die Streifen habe ich gerade so zusammen genäht, wie sie mir in die Hand kamen – schief nach schräg! Hauptsache sie ergeben ein Stück in der Höhe von ca. 43 cm. Damit die Nähte und die Stoffe den schweren Einkäufen stand halten, habe ich das ganze mit dem Vlies H180 verstärkt. Der Griff bleibt weich, aber der Beutel hält das Gewicht dann problemlos aus!
Ich habe dann die Seiten begradigt, den Stoff im Bruch gelegt und den Schnitt auf den Stoff gelegt. Wie ihr sehen könnt ist der Schnitt schmaler, als mein Stück Stoff – ca. 2 cm schmaler. Die Tasche kann aber ruhig breiter werden, daher habe ich das einfach so gelassen. Man muss das dann aber auch bei dem Taschenboden unbedingt um die 2 cm verbreitern! 
Beim Taschenboden habe ich die Ecke – die laut Schnitt erst weggeschnitten werden soll, wenn man das Teil schon zusammen genäht hat – schon vorher am Schnitt entfernt. Im Prinzip ist es egal, ob vorher oder nachher – ich finde es so besser….

Nachdem ich das Ober-und Unterteil der Tasche zusammengenäht habe, lege ich das ganze auf den Stoff, den ich als Futter verwenden will und schneide nach den Konturen den Futterstoff aus. Die Naht zwischen Jeans und Stoffstreifen habe ich übrigens auf dem Jeansstoff knapp abgesteppt.

Für den Taschenhenkel habe ich ein Stück Jeansstoff 3,5″ x 24″ Inch zugeschnitten, verstürzt und abgenäht. Dann habe ich den Henkel an die beiden oberen Enden der Tasche auf dem Oberstoff platziert….

….und dann rundum mit dem Futter verstürzt. Nicht vergessen, eine Öffnung im Futter zum Wenden zu belassen!

Dann noch die Kante rundum an der Öffnung knappkantig absteppen und schwups ist die Markttasche fertig. Sie ist ca. 47cm breit und 50cm hoch, da passt dann eine Menge rein! Nachdem ich jetzt gerade Kinderhüte im Schaufenster habe, werde ich das zum nächsten Markt am 24.4. dann wohl mit Markttaschen dekorieren 😉

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